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Schulschließungen

Die Schulen haben – trotz Corona-bedingter bundesweiter Schulschließungen -  ihren Bildungsauftrag wahrzunehmen: Am Staatlichen beruflichen Schulzentrum Rothenburg-Dinkelsbühl nutzen die Lehrkräfte daher verschiedene digitale Wege der Kommunikation mit ihren Schülerinnen und Schülern. Hierbei kommt dem Kollegium des SBS die gute Netzanbindung und die inzwischen sehr moderne digitale Ausstattung der beruflichen Schulen vor Ort zugute. 

Neben virtuellen Klassenräumen im Internetportal Mebis des bayerischen Kultusministeriums nutzen einige Lehrkräfte den „Flipped Classroom“. Es handelt sich hierbei um eine Unterrichtsmethode des integrierten Lernens, bei der der Schüler die Unterrichtsinhalte, vorbereitet durch die Lehrkraft und angereichert mit Videosequenzen, zu Hause erarbeiten kann und später seinen Lernzuwachs im Unterricht anwendet. 

Selbstverständlich kommunizieren Schüler und Lehrer auch per Mail, einzelnen Schülern werden die Unterlagen postalisch zugestellt. 

Der Schulleiter des SBS, Dr. Friedhard Nichterlein, sieht die derzeitige Krisensituation als Chance, den digitalen Unterricht weiter zu entwickeln. Die einzelnen Klassen müssen auf jeden Fall mit den nötigen Unterrichtsmaterialien versorgt werden, denn bei etlichen Schülern steht die Abschlussprüfung unmittelbar bevor.  Eine tägliche Anwesenheit der Lehrkräfte in der Schule sei nicht verpflichtend, selbstverständlich dürften die Lehrer jedoch jederzeit in die Schule kommen und dort ihre dienstlichen Tätigkeiten ausführen.

UmzugDa die Umbaumaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind, und innerhalb des Schulhauses immer wieder Umräumaktionen anstehen, können Kisten gepackt und nicht mehr benötigtes Unterrichtsmaterial aussortiert werden. Daher hat die Schulleitung ein Formular für jede Lehrkraft entwickelt, das ihre Tätigkeit im Dienst der Berufsschule bestätigt, falls sie auf dem Weg dorthin angehalten werden sollte. Seit vielen Jahren arbeiten die Lehrkräfte des SBS in sog. Kernteams, die gemeinsam das Vorgehen in den Klassen festlegen – diese regelmäßigen Absprachen machten sich jetzt bezahlt, so der Schulleiter. Er fordert zudem wöchentliche Tätigkeitsberichte aller Lehrer ein, die auch den Abteilungsleitern zugestellt werden. 

Das Team um den Leiter der Berufsfachschule für Kinderpflege, Thomas Amann, arbeitet klassisch per Mailversand und entwickelt eine zunehmende Begeisterung für Mebis, das mittlerweile zuverlässig funktioniert. Die Vollzeitschüler der BFS absolvieren Praktika in der Kita und sind derzeit zu Hause. Von dort erledigen sie zuverlässig ihre Arbeitsaufträge, schicken ihre Ergebnisse an die Lehrkräfte oder stellen sie in Mebis ein. Die theoretischen Abschlussprüfungen der angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger finden am 23. Juni statt.  

Die Schüler der "BerufsschulePlus" erhalten ihre Arbeitsaufträge ebenfalls per Mail und leiten ihre Ergebnisse an die Lehrkräfte zurück, von denen sie Lösungen und in den sprachlichen Fächern individualisierte Rückmeldungen erhalten. Die Termine für die Prüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife sind in der letzten Maiwoche unmittelbar vor den Pfingstferien festgelegt. 

KolbingerDer Leiter der Metallabteilung, Jörg Kolbinger, hat in der ersten Woche der Schulschließung sein Lehrerteam täglich zur gemeinsamen Unterrichtsplanung in die Schule geholt, denn die Abteilung arbeitet mit „electude“ – einer Plattform, auf die Lehrer, Schüler und die Ausbildungsbetriebe Zugriff haben. „Man sieht als Lehrer, ob die Schüler auf der Plattform aktiv waren“, so Kolbinger, „wenn nicht, werden sie freundlich darauf angesprochen, ihre Arbeitsaufträge zu erledigen.“ Die Betriebe und auch die Schüler sind mit der Lösung durchaus zufrieden: So schreibt Dominic: „Die Handhabung von ELECTUDE ist sehr gut, ich komme mit dem Programm super zurecht.“ Dominic arbeitet in einem Betrieb, der sein selbstständiges Lernen fördert und begleitet: „Unterstützt werde ich sehr, ich bekomme die Zeit, die ich brauche und werde für das Lernen freigestellt, was ich sehr schätze.“ 

Auch die Abteilung der Systemgastronomen haben durch das Einrichten einer eigenen Homepage nun zusätzlich die Möglichkeit, falls da Internetportal Mebis nicht stabil laufe, ihre Schüler mit Unterrichtsmaterial und Informationen zu versorgen. 

Der Landesvorsitzende des VLB (Verband Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e. V.), Pankraz Männlein, appelliert ebenfalls an die Betriebe: „In dieser speziellen Situation sind die Betriebe aufgefordert, den Auszubildenden während der regulären Arbeitszeit Lernzeiten einzuräumen, damit es ihnen möglich ist, Materialien, Aufgaben etc. zu bearbeiten, die ihnen von den Lehrkräften zur Verfügung gestellt werden, um so den Ausbildungserfolg unter diesen schwierigen Kontextbedingungen sicherzustellen“. -sw-

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