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Verabschiedung Dr. Nichterlein

Dr NichterleinIm Millenniumsjahr 2000 hat Oberstudiendirektor Dr. Friedhard Nichterlein die Leitung des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Rothenburg-Dinkelsbühl übernommen – jetzt geht er in Pension.
Nichterlein entstammt einer Gastwirtsfamilie im oberfränkischen Ludwigstadt und absolvierte zunächst eine Ausbildung als Koch. Später studierte er das Höhere Lehramt an beruflichen Schulen mit den Fächern Ernährungswissenschaften und Chemie an der Technischen Universität in München. Als Studienreferendar war er in München an der Städtischen Berufsschule für das Hotel-, Gaststätten- und Braugewerbe eingesetzt, im 2. Jahr an der Staatlichen Berufsschule in Bad Kissingen. Dort begleitete er bald Studienreferendare auf ihrem Weg zum Lehrer.

An der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen war Nichterlein als Dozent und Fachbereichsleiter für die Ernährungsberufe tätig. Parallel dazu promovierte er am Lehrstuhl für Psychologie an der Technischen Universität in München im Fachbereich Pädagogik.
1998 kam Dr. Nichterlein als Schulleiterstellvertreter an die Berufsschule Rothenburg, im Sommer 2000 titelte dann der Fränkische Anzeiger: „Der Stellvertreter wurde zum Chef“.

Da die Schule einen Kompetenzbereich im Ernährungssektor habe, so Dr. Nichterlein, sei es für ihn die absolut richtige Entscheidung gewesen, als Schulleiter nach Rothenburg zu kommen. Zudem schätze er es außerordentlich, dass die IHK Mittelfranken ein Kompetenzzentrum in Rothenburg für die berufliche Weiterbildung im Ernährungsbereich in Form des GFZ eingerichtet hat. Mit der Berufsfachschule für Kinderpflege sei zudem eine Vollzeitschule im SBS integriert.
Die größten Herausforderungen bestanden für ihn darin, die Schulstandorte in Rothenburg, Dinkelsbühl und Bechhofen mit der Wirtschaftsschule zu einem gemeinsamen Schulzentrum zu entwickeln.

In Dinkelsbühl konnte ein historisches Gebäude in der Wethgasse 4 durch den Landkreis erworben und zu einem weiteren Schulgebäude mit großer Aula und modernsten Klassenzimmern umgestaltet werden. Alle Schulhäuser in Rothenburg und Dinkelsbühl sind während Nichterleins Zeit als Schulleiter aufwändig saniert und digitalisiert worden, die Klassenräume verfügen über eine einheitliche technische Ausstattung.

Zudem sind die Schülerwohnheime bestens gestaltet, die Schulen sind von dort aus zu Fuß gut erreichbar. Immerhin kommen die Auszubildenden, die einen Lehrvertrag als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik haben, u. a. auch aus Schwaben nach Dinkelsbühl, ebenso die Pinsel- und Bürstenmacher, die aus ganz Deutschland kommen und in Dinkelsbühl und Bechhofen beschult werden. Die Ober- und Mittelfranken, die als Systemgastronomen ausgebildet werden, besuchen die Berufsschule in Rothenburg und sind im dortigen ehemaligen historischen Spitalgebäude untergebracht, das 2017 komplett instandgesetzt wurde und seither als Schülerwohnheim dient.

Dr. Nichterlein war zudem im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung 20 mal in China, er referierte immer wieder als Dozent vor den dortigen Schulleitern beruflicher Schulen. Etwa 1000 Gäste aus China, unter ihnen viele Schulleiter, kamen im Laufe der Nichterlein‘schen Schulleitertätigkeit nach Rothenburg und Dinkelsbühl, um sich hier vor Ort mit dem Bayerischen Beruflichen Schulwesen vertraut zu machen und das Duale Ausbildungssystem kennenzulernen.

Im Jahr 2018 wurde das SBS, das Staatliche Berufliche Schulzentrum Rothenburg-Dinkelsbühl mit dem ISI-Preis ausgezeichnet – dem „Oskar der Pädagogik in Bayern“. Eigentlich hatte Nichterlein mit seinem Lehrerteam auch eine Bewerbung um den Deutschen Schulpreis angestrebt, allerdings machte die Pandemie diese Pläne zunichte.

Dr. Nichterlein war es wichtig, den eigenen Charakter der Schulen zu erhalten und sie dennoch zusammen zu führen. Das gemeinsame Miteinander habe viele Vorteile: So könnten die Lehrkräfte an beiden Schulstandorten an den verschiedenen Schulen eingesetzt werden und Funktionsstellen schulortübergreifend besetzt werden. Von den vielen Auslandskontakten, die die Wirtschaftsschule pflegt, profitiere das gesamte Schulzentrum, so der Chef. Auch die „BerufsschulePlus“ mit ihrem Standort in Dinkelsbühl, an welcher leistungsfähige und motivierte Schüler parallel zu ihrer Ausbildung die allgemeine Fachhochschulreife erwerben können, sei ohne die Zusammenarbeit mit Rothenburg und der Wirtschaftsschule nicht zu realisieren gewesen.

Seinem Lehrerkollegium wünscht Dr. Friedhard Nichterlein, dass sie den Gedanken des gemeinsamen Miteinanders weiterhin in gutem Einvernehmen pflegen und das Potential, das in den einzelnen Lehrkräften steckt, gut nutzen. Wichtig sei ihm zudem, den Wert der beruflichen Bildung, insbesondere der Handwerksberufe, in der Öffentlichkeit besser zu verankern und die Chancen, die die Beruflichen Bildung bietet, mehr in den Fokus junger Menschen zu rücken.

PersonalratSteigmannSein Ständiger Vertreter, Herr Steigmann dankte, bedingt durch die Coronapandemie nur im kleinen Rahmen, für Nichterleins unermüdlichen Einsatz und für die stetige Unterstützung.

Der Personalrat ließ es sich nicht nehmen, auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen Herrn Dr. Nichterlein gebührend zu verabschieden und ihm alles erdenklich Gute für seine Pensionierung zu wünschen.  -sw-ka-

 

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